Mein Weg von der Bank zur Heilerin

Die wichtigsten Anstöße für Veränderungen in unserem Leben sind oft schmerzhaft. Wenn ich ein Buch über meinen Weg schreiben würde, dann würde der Titel lauten: Wo wäre ich heute ohne Mobbing?

 

Denn gerade die schmerzhaften Zeiten haben genug Schubkraft, uns zu einer Veränderung zu bewegen. Zeitgleich zu einer sehr belastenden Mobbing-Situation verlor ich meinen Vater sehr plötzlich. Kurz zuvor hatte ich mich von meinem Partner getrennt. Das waren zu viele Baustellen auf einmal – ich machte einen Schnitt. 

 

Ich wechselte innerhalb des Unternehmens, aber suchte mir auch externe Hilfe. In einem längeren Coaching-Prozess löste ich viele Dinge, verstand auf einmal viele Mechanismen, die mich und mein bisheriges Leben gesteuert hatten. Und ich lernte Schritt für Schritt, selbst aktiv das Steuer zu übernehmen. Nach Innen zu schauen. Und dort entdeckte ich ungeheure Kräfte. The Power Inside. Und die Erkenntnis, dass mein damals aktueller Job zwar ein tolles Ego-Projekt ist, aber meine Seele nicht nährte. 

 

Der innerbetriebliche Wechsel hatte mich zum Eventmanagement gebracht – darin bin ich richtig gut. Logistik, Projektmanagement, schöne Graphiken – kann ich. Aber je mehr ich nach Innen schaute, umso deutlicher sah ich, dass ich nicht nur komplexe Zahlen und Zusammenhänge in kleine bunte Bildchen komprimierte, sondern auch mich selbst in eine Form presste, die viel zu eng für alle meine Facetten war. 

 

So bin ich auf die Suche gegangen nach Aufgaben, die mehr meinem Naturell entsprechen. Auf der Suche ist viel in Bewegung geraten, ich habe mein Leben sprichwörtlich auf den Kopf gestellt, vieles rausgeschmissen, was mir nicht guttat und neue Impulse reingenommen, die mich weitergebracht haben. Bis ich irgendwann soweit war, die Bank Bank sein zu lassen. Und meinen Weg zu gehen.

Gradlinige Wege sind schön. Aber auf den gewundenen lernt man mehr.